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INSIDE PRORA – Trauma und Traum

Erstmals ist Prora, das längste Gebäude der Welt, Protagonist eines Filmes. Prora spricht zu uns. Es erzählt sowohl über die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte als auch die großen existenziellen Fragen an Mensch und Gesellschaft.

Berlin, im Dezember 2019. Das „Monster am Meer“, der „Koloss von Rügen“: Prora gilt mit 4,5 Kilometern als längstes Gebäude der Welt. Geplant als Seebad in der Zeit des Nationalsozialismus, nach dem 2. Weltkrieg umgewandelt zu einer der größten Kasernen in der DDR – und lange Zeit verlassen nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Jetzt entstehen im denkmalgeschützten Gebäude an einem der schönsten Strände Deutschlands Hotels und Ferienwohnungen. Aus Prora wird ein modernes Ostseebad.

Diese Ironie der Geschichte veranlasst die Berliner Regisseurin Nico Weber zu einem neuen Zugang zu diesem Ort. Sie macht das längste Gebäude der Welt zum ersten Mal selbst zum Protagonisten eines abendfüllenden Films. INSIDE PRORA ist großes Kino ohne eine erzählende Stimme. Der Film geht in das Gebäude hinein und legt verschiedene historische, architektonische und psychologische Schichtungen offen. INSIDE PRORA stellt überraschende Verbindungen von Menschen mit diesem Gebäude und Gesellschaften mit der Architektur der Moderne und dem Phänomen des Massentourismus her. Der Film reist durch Raum und Zeit – kehrt aber immer nach Prora zurück. So beschreibt die Regisseurin in beeindruckenden aktuellen und historischen Bildern, wie die Idee zu Prora direkt aus Vorbildern in Italien entstanden ist und stellt zudem Bezüge zur Wolkenkratzer-Architektur in New York her.

INSIDE PRORA verzichtet auf eine allwissende Erzählstimme. Der Film vertraut ganz den Bildern von Kameramann Marc Nordbruch, der Musik von Ralf Merten und sucht Menschen auf, die direkt oder indirekt mit Prora verbunden sind.

Zu Wort kommen u.a. Stararchitekt Peter Eisenman (USA), der das Holocaust-Mahnmal in Berlin entwarf und einst eine Rückbesinnung auf die architektonische Moderne der 1920er und 1930 Jahre forderte; der letzte DDR-Verteidigungsminister und Waffendienstverweigerer Rainer Eppelmann; der italienische Sozialphilosoph Marco D´Eramo, dessen Mutter, die bekannte italienische Schriftstellerin Luce D´Eramo, erst eine glühende Anhängerin Mussolinis und später Kommunistin wurde; und Prora-Projektentwickler Ulrich Busch, der es als sein Lebenswerk ansieht, diesem Ort seine ursprünglichen Bestimmung zurückzugeben. Sein Vater war der kommunistische Arbeiterliedersänger und DDR-Volksschauspieler Ernst Busch, den die Nationalsozialisten fast hingerichtet hätten.

Weitere Experten von internationalem Rang ergänzen den Blick auf den „Koloss von Rügen“, wie der Historiker und Gründer des „Wende-Museums“ in Los Angeles (USA), Justinian Jampol, der Tourismusforscher und Historiker Eric Zuelow aus Maine (USA) und der italienische Architekt und Architekturkritiker Vittorio Magnago Lampugnani.

Seine Weltpremiere feiert der Film 2020, im Jahr 30 nach der deutschen Wiedervereinigung. Für seine Macher ist er ein wichtiger Denkanstoß, denn INSIDE PRORA erlaubt sich und dem Zuschauer gänzlich neue Gedankenspiele:
Ist Prora das glückliche Ende einer bewältigten Geschichte? Ist Prora noch Ironie der Geschichte oder schon ihr Triumph?